Alpine Gefahren

Ist Bergsteigen gefährlich? Kannst du diese Frage beantworten? Weißt du, wo die Gefahren beim Bergsteigen liegen und um welche Gefahren es sich handelt? Der Alpenverein erstellt jedes Jahr einen Bericht über die Unfallbilanz in den Bergen. Aus diesem können wir uns ableiten, welche Gefahren es beim Bergsteigen gibt und wie wir damit umgehen.

 

Einteilung der Gefahren

Die Gefahren kann man allgemein in zwei große Gruppen einteilen. Es gibt die subjektiven Gefahren, die durch den Menschen selbst ausgelöst werden. Und auf der anderen Seite gibt es die objektiv bedingten Gefahren. Das sind Gefahren, welche uns die Natur und das Umfeld entgegenbringen. Beide Kategorien schauen wir in der Folge an.

 

Was kann ich direkt beeinflussen?

Zu den subjektiven Gefahren zählen folgende Punkte:

  • Fehlende Erfahrung
  • Mangelnde Kondition
  • Unzureichendes Können
  • Falsche oder unzureichende Ausrüstung

 

Fehlende Erfahrung

Den Punkt kannst du ganz leicht umgehen. Wichtig ist, dass du dein Ziel deiner Erfahrung anpasst. Erfahrung kannst du aus Büchern/Blogs etc. gewinnen oder von bereits erfahreneren Begleitern. Erfahrung kann man aber auch erst über die Zeit sammeln.

 

Mangelnde Kondition

Dieser Punkt darf niemals ein Grund für einen Unfall darstellen. Fitness und Kondition lässt sich von jedem Bergsteiger immer im Vorfeld erwerben. Wichtig ist, dass du dein Training ernst nimmst, es deinen Tourenziel anpasst und durchziehst. Mehr zum Training gibt es auch auf meinem Blog.

 

Unzureichendes Können

Dein Können erwirbst du durch das Lernen und Üben. Hier gilt: Die Basis muss stimmen. Aus diesem Grund empfehle ich dir auch immer Geld und Zeit in deine Grundausbildung in Form von Kursen (z.B. Hochtourenkurs bei AlpineWelten) zu investieren. Schaue, ob du den Anforderungen einer Tour gewachsen bist oder ob es noch Punkte gibt, die neu für dich sind und die du erst lernen darfst.

 

Falsche oder unzureichende Ausrüstung

Schlechte Ausrüstung gibt es heute zum Glück kaum noch. Aber das Hauptproblem liegt darin, dass oft die falsche Ausrüstung mitgenommen wird. Hier musst du wissen, welche Ausrüstung du für deine Tour brauchst, damit du nichts Unnötiges mitnimmst. Infos dazu gibt es meistens bei den Tourenbeschreibungen und ist auch abhängig vom Wetter und Art der Besteigung. Wichtig in dem Zusammenhang ist der richtige Einsatz deiner Ausrüstung. Solche Punkte lernst du in Ausbildungskursen oder kannst du dir über Bücher/Blogs gut zu Hause antrainieren und in den Kursen festigen.

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Wichtig ist der richtige Einsatz deiner Ausrüstung passend zu deiner Tour

Wie du siehst, kann man die subjektiven Gefahren im Vorhinein reduzieren und sogar ganz vermeiden. Hier lohnt sich die Arbeit zu Hause und es lohnt sich, Geld zu investieren.

 

Objektive Gefahren

Zu den objektiven Gefahren zählen mehrere Punkte. Im letzten Teil des Artikels will ich darauf eingehen und in der nächsten Woche dir Praxistipps zu den Gefahren mitgeben:

  • Gletscherspalten
  • Firnfelder
  • Lawinen
  • Wechten
  • Eisschlag
  • Steinschlag
  • Wetter/Gewitter
  • Sonne/Hitze
  • Kälte/Wind
  • Höhe

 

Gefahren beim Gehen – Spalten, Wechten, Lawinen, Firnfelder und Eis/Felsschlag

Jeder denke ich kennt die Bilder von Gletschern. Fließt ein Gletscher über unebenes Gelände reißt das Eis auf. Es entstehen Spalten. Der Neuschnee im Winter bildet normalerweise Brücken über die Spalten und füllt diese auf. Im Sommer können diese dünner werden. Ein Sturz kann Folgen haben, von einer einfachen Verletzung bis zum großen Rettungseinsatz.

Firnfelder werden oft unterschätzt. Die Gefährlichkeit liegt in der Steilheit und dem hartgefrorenen Untergrund. Ein Ausrutscher kann hier schwer zu bremsen sein.

Lawinen bilden sich, wenn Schnee auf einer Gleitschicht abrutscht. Vor allem im Winter sind sie eine ständige Bedrohung, jedoch auch im Sommer. Hier solltest du dich gründlich zum aktuellen Lawinenlagebericht informieren und bei hohen Stufen auf jeden Fall zu Hause bleiben.

Wechten entstehen auf der Windschattenseite von Graten und ist nichts anderes als überhängender Schnee. Wenn du auf eine Wechte trittst und oder zu nahe an den Rand kommst, kann diese unter dir wegbrechen.

Eis- und Felsschlag kann durch dich als Bergsteiger entstehen, aber auch durch Abbrüche an Gletschern. Steinschlag kann durch das Herausschmelzen aus dem Eis entstehen.

 

Wetter – ein unberechenbarer Faktor?

Regen, Schneefall, Sonne, Hitze, Kälte und Wind können sich sowohl negativ auf dich als Bergsteiger, wie auch auf die Verhältnisse am Berg auswirken.

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Schlechte Bedingungen während der Tour durch schlechtes Wetter

Sonne und Hitze kann für dich zur Gefahr werden, wenn du dich nicht ausreichend dagegen schützt und trinkst. Die Verhältnisse am Berg können sich schnell fatal ändern. Kälte und Wind dagegen schwächt vor allem deine Leistungsfähigkeit. Die Wirkung wird vor allem durch Nässe noch verstärkt und kann zur Unterkühlung führen.

Der letzte Faktor, der eine Gefahr darstellt, ist die Höhe. Der Sauerstoffgehalt sinkt je höher du steigst. Bist du nicht vernünftig akklimatisiert können Höhenkrankheiten wie Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit auftreten. Höhenprobleme können jeden treffen, auch wenn du davor noch nie Probleme hattest.

 

Wie geht’s weiter?

Mit dem Artikel wollte ich dich auch auf die Schattenseiten und Gefahren des Alpinsports aufmerksam machen. Vielleicht gewinnst du jetzt einen besseren Eindruck davon, warum es mir immer wichtig ist, dass dein Basiswissen stimmt. Du solltest niemals unvorbereitet für deine Touren aufbrechen. Nächste Woche werden hierzu weitere Praxistipps zu den alpinen Gefahren erscheinen und anschließend ein weiterer Artikel zum Thema Tourenplanung. Ich wünsche dir eine schöne Zeit. Bleibt gesund. Bis dann,

Jonathan

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1 Antwort

  1. 30/03/2020

    […] den im letzten Artikel genannten objektiven Gefahren will ich dir jetzt immer eine Handvoll Praxistipps mitgeben, wie du […]

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