Erfahrungsbericht Gletscherkurs

 

Heute will ich dir weiter von meinem Grundkurs „Gletscherwissen“ berichten. Letztes Mal hast du schon von meiner Aufregung und meinen Gedanken bei der Anreise und beim ersten Tag gelesen. Heute will ich dich noch mit auf die anderen Tage nehmen.

Am zweiten Tag ging es dann gleich früh morgens nach einem sehr guten Frühstück auf dem Weg zum Gletscher. Zum Gletscher führte ein Wanderweg mit der ein oder anderen heiklen Stelle. Am Gletscher angekommen ging es dann ans Anziehen der Steigeisen. Ich bin ehrlich, das ist beim ersten Mal gar nicht so leicht, aber mit Hilfe des Bergführers löste sich das Problem schnell. Das Gefühl, das erste Mal mit Steigeisen zu gehen, war super. Man hat so einen unbeschreiblich guten Halt im Eis. Anschließend haben wir uns eine Stelle am Gletscher gesucht und dort wurden uns die verschiedenen Gehtechniken gezeigt und anschließend geübt und analysiert. 

 

Die ersten Gehversuche

 

Besonders am Anfang musste ich mich schon konzentrieren, da es für mein Gehirn ein komplett neuer Reiz war. Gut war, dass man gleich korrigiert wurde, sodass sich keine Fehler einschleichen konnten. Anschließend wurde zu der Gehtechnik noch das Umgehen mit dem Eispickel gelehrt. Gerade die Kombination im steilen Gelände, das Umgreifen beim Richtungswechsel, war gar nicht so leicht. Ich bin am Anfang ganz schön durcheinandergeraten. Je länger wir es geübt haben, um so besser ging es. Am Nachmittag ging es zurück zur Hütte. Dort wurde anschließend noch eine Theorieeinheit zum Thema Tourenplanung durchgesprochen.

 

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Gedanken in der Gletscherspalte

 

Am nächsten Tag ging es wieder früh auf den Gletscher. Das Anziehen und Gehen mit den Steigeisen war schon viel routinierter. Es stand das Thema Spaltenbergung auf dem Tagespunkt. Sowohl die Selbstbergung wie auch die Bergung mit der Losen Rolle. Es ist nicht schlimm, wenn die Begriffe dir noch nichts sagen, so ging es mir auch. Dazu wird es bald ein Blogeintrag geben. Nach den Vorbereitungen und der Besprechung und der Übung ging es unter Anleitung des Bergführers in die Gletscherspalte. Ein komisches Gefühl.  Bei der Selbstrettung konnte man wenigstens etwas tun und konnte den Fortschritt sehen, bei der Rettung durch die anderen Teilnehmer der Seilschaft hieß es abwarten. Es war ein wenig seltsam. Man bekommt in der Spalte erstmal gar nichts mit, bis die ersten Vorbereitungen getroffen sind. Ich habe mich in dieser Situation schon ein wenig machtlos gefühlt, umso besser war das Szenario aus jeder Perspektive zu üben. Der Zug, der auf einmal entsteht, wenn jemand in einer Spalte fällt, ist enorm. Den Schwung zum Bremsens ist extrem anstrengend. Sobald du das mal selbst übst, weißt du was ich meine. Das war echt ein spektakulärer Tag mit vielen Erkenntnissen. Am Abend gab es wieder Theorieunterricht zum Thema Wetter. Da für den nächsten Tag schlechtes Wetter angesagt war, konnten wir dort theoretische Inhalte, sowie Kontentechniken erneut üben und die Tour für den Tag darauf planen.

 

Die erste eigens geplante Tour

 

Dann war es soweit. Es ging auf unsere erste eigens geplante Tour. Für den Tag sind wir extra früh aufgestanden. Alle waren motiviert und auch ein wenig aufgeregt. Es ging. Das Wetter war optimal. Planung und Realität waren eins. Kurz vor dem finalen Aufstieg auf den Gipfel, war die Schneedecke massiver als erwartet. Dort wurde es richtig anstrengend. Spalten konnten aufgrund des Neuschnees kaum erkannt werden, sodass wir die Karte erneut studieren mussten. Der weitere Aufstieg glückte, war jedoch aufgrund des Schnees extrem anstrengend. Besonders ich als schwerster der Gruppe bin das ein oder andere Mal tief eingesunken. Das Gefühl auf dem Gipfel ließ mich das jedoch alles vergessen. Mein erster 3000er im hochalpinen Stil war bestiegen. Die Grundlage war gebildet.

Fazit 

 

Wie du aus meinen beiden Teilen herauslesen kannst, kann ich dir nur empfehlen, einen Kurs unter professioneller Anleitung zu machen. Die Erfahrungen, die du machst, sind für deine weitere Karriere enorm wichtig. Für mich war es zudem die Bestätigung, dass Bergsteigen in der Form genau das Richtige für mich ist. Einige Monate später konnte ich auch durch mein erlerntes Wissen den Mont Blanc besteigen. Spätestens dort habe ich realisiert, wie gut die Vorbereitung war.

Ich hoffe diese Art von Artikel hat dir gefallen. Du kannst mir gerne eine Nachricht zukommen lassen. Ich wünsche dir einen schönen Start in die Woche,

Bis dann,

Jonathan

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