Tourenbericht Mönch

 

Ich bin zurück aus den Alpen. Nach zwei Wochen in den Bergen und jeder Menge neuer Erfahrungen und Touren ist für mich die Tourensaison vorbei. Heute will ich mit dem ersten Tourenbericht starten – Besteigung des Mönchs. Der Mönch sollte mein erster 4000er im Berner Oberland werden. Im weiteren Verlauf der Woche wollte ich neben dem Mönch, noch Jungfrau, die Fiescherhörner und das Finsteraahorn besteigen. Jeder Berg hat seine eigene Geschichte und ich möchte dir über die nächsten Wochen jeden Berg und meine Touren und Erfahrungen vorstellen.

 

Fakten zum Mönch (Normalweg – Südostgrat)

Anforderungen

  • Kombinierte Grattour
  • Im Fels bis 2. Grat
  • Im Firn bis circa 35°
  • Material: Gletscherausrüstung
  • Schwierigkeit: PD (peu difficile – wenig schwierig)  – Bewertung aus einem Führer
  • Talort: Grindelwald – Stützort: Mönchsjochhütte
  • Höhenmeter Aufstieg: 30 Hm runter, 470 Hm hoch
  • Höhenmeter Abstieg: 470 Hm runter, 30 Hm hoch

 

Kurz und luftig

So ist eine Beschreibung der Besteigung des Mönchs. Diese Beschreibung kann einen mit den Daten dazu verleiten, dass es sich um leichte Hochtour handelt. Jedoch gibt es keine leichten Hochtouren und auch beim Mönch gibt es einige Interessante Stellen, welche man nicht unterschätzen darf.

Wir haben uns für die Tour morgens um 8 Uhr in Grindelwald getroffen. Ich bin aufgrund der langen Anreise schon einen Tag früher gestartet. Ich kann dir dafür das Mountain Hostel empfehlen. Es liegt direkt neben der Bahnstation in Grindelwald Grund und dort kannst du kostenlos parken.

Nachdem wir unser Material (Klassische Gletscherausrüstung) für die Woche besprochen haben ging es mit der Jungfraubahn auf das Jungfraujoch. Der Preis hat es echt in sich. Die Fahrt nach oben kostet 100 Franken. Neben ein paar Bergsteigern sind vor allem Touristen in der Bahn, die einmal in Ihrem Leben einen Gletscher sehen wollen. Nach einer Stunde fahrt sind wir oben angekommen, haben uns gleich vom Touristenstrom getrennt und sind raus auf den Gletscher. Über einen präparierten Weg, der für alle Leute geeignet ist, gelangt man zum Einstieg für den Normalweg des Mönchs.

DSC00065 - Tourenbericht Mönch

Gipfelgrat am Mönch

 

Der Gipfelanstieg beginnt

Man startet zunächst im Felsen mit ein paar kleinen Kletterstellen. Der Fels ist mit Sicherungen ausgestattet. Anschließend geht es den größten Teil im Felsen hoch. Zwischendurch kommen ein paar kurze Schneefelder. Abhängig ist es natürlich immer vom Zeitpunkt deiner Besteigung. Da es bei uns schon längere Zeit extrem war, ist der Schnee auf dem Felsen zum großen Teil weg gewesen. Über ein letztes Schneefeld gelangt man auf einen Vorgipfel. Dort startet der Grat zum Gipfel.

Der letzte Grat stellt auch in meinen Augen die größte Schwierigkeit dar. Er ist stark ausgesetzt und ist an einigen Stellen nur ein Fuß breit. Mit circa 300m hat er auch eine ordentliche Länge. Hier muss man sich konzentrieren und sauber treten, damit man sicher am Gipfel ankommt. Zudem sollte man schauen, wie viele Leute schon am Gipfel sind und im Zweifelsfall lieber warten. Nach dem Grat steht man auf einem kleinen Gipfel. Schnell haben wir ein paar Bilder gemacht und dann ging es für uns auf dem Grat zurück. Leider waren auch einige sehr unsicherer Bergsteiger unterwegs, weshalb wir nur sehr langsam zurück kamen.

Am Vorgipfel angekommen ging es den Felsen wieder herunter und dann zur Mönchjochhütte, von welcher wir am nächsten Tag zur Jungfrau aufbrechen wollten. Unsere Tour hat im Aufstieg 2 ½ Stunden gedauert du im Abstieg ungefähr 1 ½ Stunden.

 

Fazit Tour Mönch

Wenn man den Mönch als Tagestour machen möchte muss man zwingend sicher auf schmalen Graten gehen können. Außerdem sollte man sich bewusst sein, dass auch die kurze Tour ohne Akklimatisierung anstrengend werden kann, da man über die Bahn sehr schnell an Höhe gewinnt und dies einen beeinträchtigen kann. Ansonsten hatten wir bei perfektem Wetter eine tolle Aussicht auf die nächsten Ziele unserer Tour, von denen noch weitere Berichte folgen werden. Ich wünsche dir einen schönen Start in die Woche. Bis dann,

Jonathan